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Suzuki V-Strom 650 XT: Fahrspaß-Garant

Die Gegend rund um Almeria in Südspanien schreit förmlich nach ausgiebigem Motorradfahren. Ein Terrain wie gemacht für Suzukis Adventure-Beitrag in der Mittelklasse. Unser Kurztest.

In Andalusien lassen sich auf unzähligen Passstraßen wahre Kurven-Orgien abfeiern, Pfade und Feldwege links und rechts des Asphaltbands verlocken zum spontanen Offroad-Abenteuer, während malerische Küsten- und Bergdörfer zu ausgedehnten Kaffeepausen einladen. Suzukis Adventure-Mittelklässler V-Strom 650 XT, das durften wir zu Jahresbeginn testen, fühlt sich in dieser Kulisse pudelwohl und kann hier seine Qualitäten in vollem Maße entfalten.

Vor allem mit ihrem sehr elastischen Motor weiß die mittelgroße V-Strom zu gefallen. Das 645-Kubik-Aggregat stellt ein breites nutzbares Drehzahlband zur Verfügung und verrichtet seine Arbeit in allen Belastungslagen – eigentlich V2-untypisch – ohne nennenswerte Vibrationen. Der gerade im hohen Drehzahlbereich durchaus kernig-sonor klingende Triebsatz macht damit vieles möglich: Er ist äußerst unauffälliger Partner, wenn schalt­armes Cruisen in der Ebene angesagt ist. Er unterstützt aber auch sehr hartnäckig und nachdrücklich am Pass, wenn intensive Kurven- und Höhenhatz mit entsprechender Getriebebeanspruchung auf der Agenda steht.

Ihr stark gekröpfter, hoher und schmal bauender Lenker vermittelt zudem ein gutes Kontrollgefühl – vor allem im Stehen auf Offroad-­Tracks. Überhaupt zwingt die Kommandostange den Fahrer in eine sehr aufrechte Sitzposition, was nicht nur gut mit der Fahrwerksgeometrie harmoniert, sondern auch eine sehr aktive Fahrhaltung fördert und gleich auch noch für eine große Silhouette und damit gute Sichtbarkeit sorgt. Die einteilige, ohne Werkzeug leicht zu verstellende Verkleidungsscheibe liefert sehr guten Windschutz.

Das Fahrwerk des Bikes verrichtet – obwohl der Hersteller bei der V-Strom auf günstige Konfektionsware setzt – seine Arbeit tadellos. Sowohl die vordere Telegabel als auch das hintere Zentralfederbein sind komfortabel abgestimmt, stellen sowohl auf Staub- und Schotterpisten als auch im Straßenbetrieb jederzeit sicher den Kontakt zum Untergrund her. Lediglich bei forciertem Geländeritt geht die Gabel schon mal auf Block, was von einem kräftigen Schabegeräusch am Motorschutz, der in seiner Plastikausführung eher der Optik denn dem Nutzen verpflichtet ist, begleitet wird. Die vordere Doppelscheibe lässt sich blitzsauber dosieren und neigte zu keinem Zeitpunkt zum Fading.

Unser Fazit:
Mit der V-Strom 650 XT hat Suzuki ein bis in den hintersten Bauwinkel ausgereiftes Adventure-Bike am Start, das sowohl in seinem designierten Einsatzgebiet als auch in seiner Hubraumklasse keinen Gegner zu fürchten braucht. Die Ausstattung geriet lückenlos, die Verarbeitung tadellos, das Fahrspaß-Potenzial beinahe endlos. Mehr Bike braucht eigentlich niemand. Bleibt zu hoffen, dass Hersteller und Handel mit diesem fetten Pfund auch ordentlich zu wuchern wissen.

Technische Daten:
– Motor: Flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-90-Grad-V2-Motor mit 645 ccm, 52 kW (71 PS) bei 8.800 U/min., max. Drehmoment: 62 Nm bei 6.500 U/min.
– Normverbrauch: ca. 4,1 Liter pro 100 Kilometer, Tankinhalt: 20 Liter.
– Sitzhöhe: 835 mm, Gewicht: 216 kg (fahrfertig).
– Bereifung: 110/80R19 M/C 59V (vorne), 150/70R17 M/C 69V (hinten).
– Preis (Modell 2018): ab 8.990 Euro zzgl. Nebenkosten.